Sony macht es offiziell – oder zumindest so offiziell wie möglich ohne es auszusprechen. Im aktuellen Geschäftsbericht für die PlayStation-Sparte wird deutlich, dass große Single-Player-Titel wie Ghost of Yōtei nicht mehr auf den PC kommen werden. Eine Nachricht, die im März bereits durchgesickert war, aber jetzt durch Sonys eigene Dokumentation bestätigt zu werden scheint.
Das ist eine bedeutsame Kehrtwende. Noch vor wenigen Jahren hat Sony verstanden, dass PC-Ports zusätzliche Revenue bedeuten – etwa bei Horizon Zero Dawn oder God of War. Aber jetzt zieht sich der Publisher offenbar zurück. Stattdessen fokussiert man sich auf PlayStation-Hardware als exklusive Plattform für die großen Story-Blockbuster.
Das Problem: Diese Strategie wirkt defensiv und kurzfristig gedacht. Der PC-Gaming-Markt ist nicht geschrumpft, er ist gewachsen. Gleichzeitig steigt der technische Aufwand für optimierte Ports enorm – vielleicht auch das Kalkül dahinter.
Was Sony aber in den Bericht schreiben musste: viel Gerede über künstliche Intelligenz. KI soll angeblich die Zukunft des Studios-Portfolios prägen. Das klingt schon wieder nach der nächsten großen Verheißung, die nicht eingelöst wird. KI in Games funktioniert bisher vor allem als technisches Gimmick oder Marketing-Feigenblatt – nicht als Game-Changer.
Unterm Strich: Sony verzichtet auf zusätzliche Einnahmen durch PC-Ports und verlässt sich stattdessen auf Hoffnungen bei KI. Das ist keine Innovation, das ist Rückzug mit anderem Namen. Für PC-Spieler bedeutet es konkret weniger Optionen. Für PlayStation-Besitzer weniger Druck, die Hardware zu kaufen. Langfristig eine schlechte Rechnung.
